Seit zwei Jahren betreibt sie Leistungssport, jetzt ist Barbara Weise
Doppel-Weltmeisterin der Behindertenradsportler. Diesen grandiosen
Erfolg holte sich die 42-jährige Sportlerin aus Höchstadt Ende August
bei den paralympischen Weltmeisterschaften im französischen Bordeaux mit souveränen Siegen im Zeitfahren und im Straßenrennen.
Wenn sie nicht gerade für die deutsche Nationalmannschaft im Einsatz ist, fährt die halbseitig gelähmte Sportlerin im Trikot der Concordia Strullendorf.
Bundestrainer Adelbert Kromer holte sie schon zum Anfang ihrer
Rennsportkarriere vor zwei Jahren ins Nationalteam. Normalerweise ist
die zweifache Mutter und Sonderschulpädagogin im Erziehungsurlaub auf
zwei Rädern unterwegs, wenn sie mit ihrem Rennrad die Trainingskilometer auf den Straßen im Landkreis abspult.
Für die WM in Frankreich, bei der ca. 400 Athleten aus 40 Nationen in unterschiedlichsten Disziplinen am Start waren, stieg sie auf ein spezielles Rennrad mit 3 Rädern um. Beim Einzelzeitfahrwettbewerb über 9,9 km hielt sie auf ihrem Dreirad ein konsequent hohes Tempo ein und holte sich nach 21:58 min die erste Goldmedaille. Dabei distanzierte sie ihre Konkurrentin Marketa Mackova aus Tschechien um über 2 Minuten. Dritte wurde mit Zaneta Halova eine weitere Tschechin. Zwei Tage später ging es auf die 19,8 km lange Strecke auf der Straße. Vom Start weg setzte sie sich sofort von ihren Konkurrentinnen ab und konnte bis zum Ziel nicht mehr eingeholt werden. Nach hartem Kampf erreichte sie das Ziel mit einem Vorsprung von sechs Minuten auf ihre Mitstreiterinnen. Nach 48:01 min konnte sich nun das zweite Gold umhängen. „ Am meisten hat mich gefreut, dass ich die drei Minuten vor uns gestarteten Männer ein- und teilweise überholt habe", war der Kommentar der bescheidenen Sportlerin zu ihren WM-Titeln.
Nachdem die WM eine wichtige Standortbestimmung vor den Paralympics in Peking 2008 war, stehen die Chancen für Barbara Weise nun gut, nächstes Jahr dort teilzunehmen. Im November plant das Paralympics-Team nun erst mal die Teilnahme an den Panamerikanischen Meisterschaften in Kolumbien mit Barbara Weise.
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